Die Frauenkirche ist 1473 als dreischiffige Hallenkirche mit langgestrecktem Chor und anmutiger spätgotischer Einwölbung geweiht worden. Sie ist der Ersatzbau für die nach 1429 in den Hussitenkriegen zerstörte, bereits 1349 errichtete Sühnekirche „Unserer Lieben Frauen“. Weil sie vor den Toren der mittelalterlichen Stadtbefestigung lag, stand sie nach der Reformation in ihrer Bedeutung immer im Schatten der älteren Stadtkirchen. Bis 1831 war sie von einem Friedhof umgeben, an den noch Grabmale im Umfeld erinnern.

Im Zuge der Stadterweiterung nach Süden geriet sie zum Ende 19. Jahrhundert in unvorteilhafter Umklammerung durch die Geschäftshausbauten jener Zeit. 1869/1870 erhielt sie ihr noch immer vorhandenes Interieur in neogotischem Stil. Aus dieser Zeit stammt auch das Ostfenster mit dem „Christus im Weinberg“.

Das ursprüngliche Bronzegeläut wurde im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen, 1922 konnte stattdessen ein Stahlgeläut aufgezogen werden, das sich durch harmonischen Klang auszeichnet. Die Orgel wurde von der Firma Schuster (Zittau) 1971 gebaut. Heute steht die Frauenkirche im Herzen der Stadt. Sie dient entsprechend ihrer zentralen Lage als Gottesdienst- und Ausstellungskirche. Im Herbst 1989 fanden in ihr die regionalen Friedensgebete ihren Anfang, aus denen Zivilcourage und bürgerschaftliches Engagement wuchs, das zur gesellschaftlichen Veränderung führte.

Besonders sehenswert sind folgende Objekte:

  • Figürliche Steinmetzarbeiten aus der Erbauungszeit, Kragsteinköpfe im Chorraum und Schlusssteine in der Gewölbedecke
  • Westempore mit spätgotischem Fischblasen-Maßwerk
  • Fassade des doppeltorigen Westportals mit Fialen, Blattwerk und figürlicher Verkündigungsgruppe.

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Die Frauenkirche in Görlitz