Tag der Oberlausitz

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Offener Brief eines Oberlausitzers an die Schlesische Landsmannschaft Berlin

Görlitz, 09.01.2014

Sehr geehrter Herr Liebehenschel,

zum Neuen Jahr wünsche ich Ihnen Gesundheit und Alles Gute.

Danke, dass Sie im ersten Heft 2014 der Berliner Schlesischen Nachrichten auch über die Einführung des „Tages der Oberlausitz" berichten, der erstmals am 21.8.2014 im gesamten Gebiet der Oberlausitz mit ca. 740.000 Menschen in deutscher, polnischer und sorbischer Sprache durchgeführt wird.

Aus der Presse (u.a. SZ vom 06.12.2012) wissen Sie sicher, dass wir zu diesem Anlass auch Oberlausitzer aus der Region nördlich von Görlitz, die sich auf ihre Identität als Niederschlesier berufen, Willkommen heißen. Dieser Teil der Oberlausitz, der von 1815 bis 1945 preußisch war, ist ein Teil der rund 700-jährigen Geschichte der Oberlausitz. Obwohl 1815 die Oberlausitz durch äußere Mächte in Sächsische und Preußische Oberlausitz geteilt wurde, blieb sie doch im Bewusstsein der Menschen eine einheitliche besondere Region, die nie einen direkten Machthaber hatte.

Heute, fast 70 Jahre nach dem Ende des furchtbaren 2.Weltkrieges, der millionenfaches Leid in Europa gebracht hat, u.a. auch für die Vertriebenen Deutschen und Polen, sowie durch die großen politischen Veränderungen in Europa in der jüngsten Vergangenheit, haben sich gute Bedingungen und Chancen für die zukünftige Entwicklung einer einigen deutsch-polnischen Oberlausitz auf Basis Ihrer Geschichte und Traditionen ergeben.

Der „Tag der Oberlausitz" ist ein wichtiger Schritt, der auch dazu genutzt werden soll, den Verständigungsprozeß zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Mitte Europas voranzutreiben. Unser Ziel ist die Stärkung der Oberlausitz in enger Zusammenarbeit auch mit den Tschechen in der Euroregion. Dadurch kann sich unsere Region international anziehender machen und schafft bessere Bedingungen für den überregionalen Wettbewerb.

Dazu haben wir am 27.09.2013 auch mit einer Gruppe von 10 Oberlausitzern, meist in Trachten und Kostümen auch die Landeshauptstadt Dresden besucht und dort erstmals im Sächsischen Landtag mit 4 Landtagsabgeordneten der größten Parteien Sachsens gesprochen sowie den Sächsischen Ministerpräsidenten zum 21.8.2014 eingeladen.

In dem besagten Heft beriefen Sie sich auch auf einen leider fehlerhaften Zeitungsartikel vom 05.11.2013.

Leider hat der Zeitungsredakteur vor Überraschung über die Einführung des Tages der Oberlausitz völlig seine Recherchepflicht vergessen und mich als gebürtigen Zittauer und somit gestandenen Oberlausitzer als Niederschlesier bezeichnet. Der Begriff Niederschlesien hatte mich bis vor 2 Jahren kaum berührt. Erst durch die intensivere Beschäftigung mit der Gesamtoberlausitz als Projektleiter des ersten Atlasses über die deutsch-polnische Oberlausitz habe ich mich in diesem Zusammenhang zunehmend auch mit der Thematik Niederschlesien befasst. Somit ist für Sie sicher auch nachvollziehbar, dass mich der besagte Redakteur ungerechtfertigterweise in dem Artikel auch noch für die Diskussion um den Schlesischen Streuselkuchen verantwortlich machte, was jeder Grundlage entbehrt. Ein Antwortschreiben von mir zur Richtigstellung ist bisher zu meinem größten Bedauern nicht veröffentlicht worden.

Die Mehrzahl der Oberlausitzer meint zum Thema Oberlausitz-Niederschlesien „Ich liebe meine Oberlausitz. Punkt. Ende des Referates."

Ich habe guten Kontakt zu etlichen Oberlausitzern, die sich als Niederschlesische Oberlausitzer fühlen und überhaupt sehen die Leute in unserer Region das Thema sehr gelassen. Meist wird die Thematik von außen verschärft, leider auch durch den Redakteur, der mir unterstellte, dass ich etwas gegen Schlesier hätte. So ein Quatsch! Ich habe einige Freunde in Dolny Slask/Niederschlesien und bewundere die kreativen Fortschritte in diesem Land.

Ein einziges Mal hatte ich mich an einer Diskussion einer Görlitzer Facebook-Gruppe beteiligt und gefragt, welche Aufgabe heute ein Kulturreferent für Schlesien in Görlitz hat. Eine Antwort darauf habe ich außer dem Verweis auf Gesetzlichkeiten noch nicht erhalten. Deshalb beabsichtige ich, die neue Kulturreferentin zu einem Gespräch bei einer Tasse Kaffee neben dem Lausitzer Museum einzuladen, um Antworten zu erhalten und vielleicht über weitere Kontakte zu sprechen.

     

Außerdem hatte ich mich besorgt geäußert, dass der Vorsitzende der Schlesischen Landsmannschaft Pawelka wegen wiederholter polenfeindlicher Äußerungen von den eigenen (Gott sei Dank) Leuten abgelöst wurde.

Aus dem Internet musste ich leider auch erfahren, dass immer wieder extrem rechte Akteure das Thema Schlesien für ihre Zwecke benutzen.

Auf solche „Schlesier" legen wir bei unseren Begegnungen zum „Tag der Oberlausitz" keinen Wert und ich hoffe, dass

wir uns darin einig sind.

Ich bin mir sicher, dass die große Mehrzahl der noch lebenden Vertriebenen Schlesier in ihrer neuen Heimat heimisch geworden sind und den positiven Veränderungen in Europa zum weiteren Zusammenwachsen der Völker zustimmen, eben weil sie am eigenen Leib erfahren mussten, wie es andersherum gewesen ist.

Auch im polnischen Teil der Oberlausitz hat es in den letzten 5 Jahren gewaltige Veränderungen gegeben.

So präsentiert sich z.B. die Stadt Luban (Lauban) heute stolz als Hauptstadt der polnischen Oberlausitz und in der Gemeinde Zgorzelec wurde kürzlich ein Volkskunstensemble offiziell umbenannt in „Oberlausitzer Blaue Westen".

Ich hoffe, dass Sie in diesem Zusammenhang auch Ihrer Verantwortung als lebenserfahrener wichtiger Vertreter der Schlesischen Landsmannschaft gerecht werden, wenn es um den weiteren europäischen Verständigungsprozeß geht, auch ganz konkret im „kleinen Europa", der dreisprachigen Oberlausitz.

Bitte helfen Sie mit, den Oberlausitztag auch als Möglichkeit zum Gespräch über vorhandene unterschiedliche Erfahrungen und Auffassungen zu nutzen zum Wohle der Gemeinsamkeit und Stärkung unserer Region im weiter zusammenwachsenden freien Europa.

Ich würde mich freuen, Sie als gebürtigen Görlitzer zum Tag der Oberlausitz am 21.8.2014 begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Gerd Münzberg

Mit-Initiator des Tages der Oberlausitz

Gestern gab es schon einmal einen Vorgeschmack auf den Tag der Oberlausitz, der ab 2014 offiziell gefeiert wird.

 

Sechs Wappen – eine Fahne

Gestern gab es schon einmal einen Vorgeschmack auf den „Tag der Oberlausitz“, der ab 2014 offiziell gefeiert wird.

Gerd Münzberg schwenkt auf der Altstadtbrücke die neue Oberlausitz-Tag-Fahne. Sie zeigt die Wappen des Sechsstädtebundes, dem historischen Anlass für den 21. August als künftigen jährlichen „Tag der Oberlausitz“. Foto: P. Sosnowski ...


Gerd Münzberg ist sehr zufrieden: Wenn am 21. August 2014 zum ersten Mal der „Tag der Oberlausitz“ stattfindet, dürfte ihm der Erfolg sicher sein. Denn das Bürgerforum Oberlausitz mit Münzberg an der Spitze hat gestern ein Jahr vor der Premiere schon mal eine Art Generalprobe hingelegt. Um 15Uhr lud der Verein auf die polnische Seite der Altstadtbrücke – und mindestens 250 Gäste erschienen gleich zu Beginn. Immer mehr Besucher kamen, die Schlange am Kuchenbuffet riss nicht ab.

Auch Streuselkuchen gehörte zum gespendeten Angebot von sieben oberlausitzer Bäckern. Etwa schlesischer Streuselkuchen? Gerd Münzberg ging auf solche Spitzfindigkeiten nicht ein. Er widmete sich dem großen Ganzen: „Auch Teile Schlesiens gehören zur Oberlausitz und sind mit ihrem Brauchtum und ihren Traditionen für uns eine Bereicherung.“

Viele Trachten waren auf der Brücke zu bewundern – junge polnische Mädchen in strahlend blauen Farben ebenso wie um Jahrzehnte ältere deutsche Folklorepfleger aus dem „rullenden“ Teil der Äberlausitz. Böller der Görlitzer Schützengilde eröffneten das Fest unten an der Neiße, und genau mit diesem Titel, also „Down by the riverside“, intonierte das gut aufgelegte Orchester des Kraftwerkes Turow in sattem Big-Band-Sound einen amerikanischen Ohrwurm nach dem anderen am Thema Oberlausitz vorbei. Die nächsten Künstler des erstaunlich breitgefächerten Programms holten das Anliegen dann bis 19Uhr schnell zurück. „KurtL“ war eingeladen, ein rockiger Oberlausitzer Liedermacher. Das Duo „Revival“ aus Bautzen bot seinen ersten Auftritt im Ausland – auf der polnischen Seite der Brücke. „Status 2“ aus Waltersdorf setzte den Sahnetupfer. Dazu gab es Eibauer Schwarzbier und Oberlausitz-Poster. Stolz schwenkten Münzberg und seine Trachtenträger die neue Oberlausitz-Tag-Fahne, ein Banner mit den Wappen der Sechsstädte. Der Sechsstädtebund ist der historische Hintergrund des Festtages: Am 21.August 1346 schlossen sich Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban, Löbau und Zittau zu besagtem Bund zusammen.

Der „Tag der Oberlausitz“ soll ab 2014 in den Kreisen Görlitz, Bautzen, Zgorzelec und Lauban offiziell begangen werden. Die jeweiligen Landräte folgen damit einer Anregung des Kuratoriums Einige Oberlausitz und des Bürgerforums Oberlausitz.
sz-online

Video zum Treffen in Görlitz HIER ansehen

      Tag der Oberlausitz – Dzien Gornych Luzyc

 


                              

 

Vorschlag unterbreitet auf dem ersten Bankett deutsch-polnische Oberlausitz
                               am 20.04.2012, Schrift übergeben am 31.05.2012 an alle 4 Landräte der d-pl OL,
                               erneuert am 21.8.2012, den 666.Geburtstag des Oberlausitzer Sechsstädtebundes
                               (Gedanken von Gerd Münzberg zum 21.August 2012 zur Diskussion in Vereinen u.a.)

Die politischen Veränderungen der letzten Jahre im zusammenwachsenden Europa mit dem Wegfall der Grenzkontrollen und der EU-Mitgliedschaft Polens ermöglichen künftig eine einige deutsch-polnisch-sorbische Oberlausitz zu schaffen entsprechend des über Jahrhunderte bestehenden Territoriums des „Markgrafentums Oberlausitz“.
Die Globalisierung erfordert dabei gleichermaßen die eigene Identität, das Heimatbewußtsein zu stärken. Im polnischen Teil der Oberlausitz hat sich in den letzten Jahren die Oberlausitz-Identität
weiterentwickelt, z.B. nennt sich die Stadt Luban heute: Hauptstadt der polnischen Oberlausitz.

Die Oberlausitz ist die größte Region Sachsens und die gesamte deutsch-polnische Oberlausitz hat
Ca. 760.000 Einwohner, die deutsch, polnisch und sorbisch sprechen. Durch die staatlichen Veränderungen in Europa, besonders nach 1815, gab es bis 1947 auf dem Gebiet der Oberlausitz
das Land Niederschlesien, das zu Preußen gehörte. Heute liegt Niederschlesien in Polen und endet
an der Neiße-Grenze. Durch die Zeit davor werden auch heute noch niederschlesische Traditionen
gepflegt. Das bereichert die vielfältige Kultur der Oberlausitz, wie es zum Beispiel auch kursächsische
Traditionen im Westen der Oberlausitz gibt. Die Sorben sind ein ganz besonderer Teil der Oberlausitz.
Viele Vereine und Gruppen pflegen die Traditionen der Oberlausitz. In jüngster Zeit bilden vor allem jüngere Leute neue Oberlausitzer Interessengruppen. Moderne Beispiele sind die „Zumba-Gruppe Oberlausitz“ oder „Bündnis Zukunft Oberlausitz“ auf Facebook.

Der „Tag der Oberlausitz“ soll nicht eine weitere Veranstaltung neben vielen Kulturveranstaltungen und Festen sein.
An diesem Tag sollte in allen Städten und Gemeinden in verschiedenen Formen und Inhalten die Oberlausitz ins Bewusstsein gerufen werden. Es sollte ein Tag der Begegnungen und Beschäftigung mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Oberlausitz sein.
Besonders Kultur und Kunst sollten dabei im Mittelpunkt stehen.
Es wäre toll, wenn an diesem Tag in vielen Schulen eine Schulklasse sich in einer Doppelstunde dem Thema „Oberlausitz“ widmet. Neue Ideen sollten unser Zusammenleben bereichern und verschönern. Das neue „Oberlausitz-Madl“ könnte ein Beispiel dafür sein. So was fördert das Gemeinschaftsgefühl.

Schön wäre, wenn jährlich zum „Tag der Oberlausitz“ jeweils ein interessierter Ort zu einem Treffen Oberlausitzer Trachten und Kostüme einladen würde, um diese schöne Tradition wieder zu beleben.
Am „Tag der Oberlausitz“ könnten z.B. die Gaststätten besondere Oberlausitzer Gerichte und Getränke anbieten, Künstler wie der Oberlausitzer Kunstverein könnten sich deutlicher präsentieren.
Jährlich könnte „der und die Oberlausitzer/in“ gewählt werden. Warum sollte nicht auch alle 2 Jahre
eine „Miss Oberlausitz“ an diesem Tag gewählt werden.
Jede Stadt und Gemeinde sollte ihre eigenen Ideen dafür in Zusammenarbeit mit den Vereinen entwickeln.
Sicher würde auch dazu gehören, dass an diesem Tag die blau-gelbe Oberlausitzfahne vor dem Gemeindeamt/Rathaus gezeigt wird.
Begegnungen könnte es geben, wenn jedes Jahr eine Stadt/Gemeinde aus dem Westen der Oberlausitz Vertreter einer Stadt/Gemeinde aus dem polnischen Osten der Oberlausitz einlädt. Das Gleiche für Nord und Süd. Im Jahr danach könnte das umgedreht stattfinden. Im dritten Jahr sind dann andere Städte/Gemeinden dran. Das Programm dafür entscheiden allein die jeweiligen Partner,
egal, ob man eine gemeinsame Wanderung unternimmt, um die eigene Stadt und Umgebung näher zu zeigen mit einem anschließenden gemeinsamen Essen, oder ob sich Sportgruppen zum Vergleich
treffen, oder Wirtschaftsunternehmen in Ihren Firmen treffen, Schulklassen sich begegnen.

All das wird auch dazu beitragen, die Tourismus-Region Oberlausitz noch attraktiver zu machen und selbst weitere Ideen dafür zu entwickeln und gemeinsam zu realisieren. Schließlich ist und wird der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Menschen der Oberlausitz.