Die drei Mitarbeiter des Lawalder Tierheimes staunten nicht schlecht, als sie dieser Tage gegen 7.30 Uhr auf Arbeit kamen und ein sich bewegendes Bündel auf dem Parkplatz vorfanden. Bei näherem Hinsehen erkannten sie einen verschnürten Kinderbettbezug mit Elefantenmuster. Darin befand sich eine sehr zutrauliche zwei- bis dreijährige Katzenmutter mit ihren fünf Jungen, die auf ein Alter von drei bis vier Wochen geschätzt werden. Zwei der völlig verstörten Kätzchen sind schwarz, drei wie ihre Mutter graugetigert. Insgesamt machten die Stubentiger bei der ersten Versorgung einen nicht ungepflegten Eindruck.
120-prozentige Auslastung
„Die positive Nachricht ist, dass das Veterinäramt in Löbau die Kosten für die ausgesetzten Tiere übernimmt“, kommentierte der Lawalder Tierheimleiter Roland Olbricht (57) die Situation. Eine Idee, woher die Tiere stammen könnten, hat er allerdings nicht: „Herrenlose Tiere sind kein Einzelfall. Im Frühjahr und Herbst, der ,Katzensaison‘, bekommen wir täglich drei Anrufe, dass man wieder eine Katze mit ihrem Wurf im Schuppen entdeckt hat. Wir sind jedoch zu 120 Prozent ausgelastet, diese Fundtiere müssen beim Ordnungsamt abgegeben werden.“ Der Tierschützer findet es unverantwortlich, dass sich so viele Katzenbesitzer um eine Sterilisation, die zwischen 70 und 80 Euro kostet, drücken und erklärt: „Eine einzige Katze kann im Laufe von fünf Jahren eine Population von 12600 aufbauen. Das entspricht fast der Einwohnerzahl Löbaus.“
Außerdem sieht es für das Tierheim finanziell nicht rosig aus, ohne die Futtermittelspenden in den Großmärkten hätte es kaum eine Chance. Auch der Neubau in Bischdorf ist bis auf Weiteres auf Eis gelegt – das dort schon fertige Katzenhaus ist nun das Übergangszuhause für die sechs neuen Schützlinge.
Kontakt: Tierheim Lawalde/Bischdorf,
03585/404179, Öffnungszeiten: Mo-Fr 9–14.30 Uhr, Sa/So 9–14 Uhr; Bischdorf: Mo-Fr 8.30–14 Uhr, Sa/So 9.30–13.30 Uhr
www.tierschutzverein-loebau.de